Wienerin

03/2005

Wienerin

03/2005

Eine 150 m2 Altbauwohnung im dritten Wiener Bezirk sollte den Bedürfnissen eines jungen Paares angepasst werden – dabei herausgekommen ist ein durch und durch schräger Bau.

Erstmal tabula rasa … Bis auf die äußeren Wände des Altbaus aus dem 19. Jahrhundert blieb in diesem 150 Quadratmeter-Objekt nichts beim Alten. Architekt Johannes Will entfernte alle Wände, die kaminführende Mittelmauer wurde fragmentiert, die Zonen der Wohnung komplett neu aufgeteilt.

Man betritt die Räumlichkeiten nunmehr über eine Nische, die mit einem gezackten Regal den Vorraum bildet. Somit kommt man aber auch gleich in die großzügige Wohnküche. Parallel dazu liegt das Bad, das nur durch eine schräge Glasfassade abgetrennt ist. Dies erlaubt nicht nur neue Aus- und Einblicke, es ermöglicht auch eine natürliche Belichtung der ansonsten weit gehend verschlossenen, intimen Zone des Bades. Entwurfsgedanke.

Grenzen sollten verschwinden, die räumliche Wahrnehmung intensiviert werden – dies wird auch im anschließenden Wohnbereich deutlich. Drei schräg geformte Durchbrüche in der Kaminmauer schaffen spannende Durchblicke und fordern zu neuer Betrachtung des Raumes auf. An der einen Längsseite wird diese schräge Sichtweise mit einem eingebauten Regal wieder aufgenommen, das den Wohn- vom daneben liegenden, voll einsehbaren Arbeitsraum trennt. Transparenz als Maxime. Die einzige abgetrennte und nicht einsichtige Zone liegt am anderen Ende der Wohnung: der Schlafraum mit angrenzender Garderobe.