Streifzug

Sommer 2013

Streifzug

Sommer 2013

Wenn Johannes Will über Architektur spricht, klingt das fast wie eine Symphonie. Leidenschaftlich zieht er uns in seinen Bann, wenn er von seinen Projekten erzählt, von der Beziehung zwischen Raum und Form, Mensch und Natur und welche Aufgabe der Baukörper in diesem Wechselspiel erfüllt. Was passiert, wenn sich die Wolkendecke lichtet, sich ein einzelner Lichtstrahl hinter Dunst und Nebel seinen Weg baht, die Landschaft berührt und den Raum erfasst? Wenn Wasser sich im Lichtschein spiegelt und schillernde Wellen hinterlässt, dort, wo man es kaum erwartet? Es sind diese räumlichen Momente, die die Zeit anhalten, ein Gefühl der Ruhe und Gelassenheit entstehen lassen, bewusste Wahrnehmung ermöglichen.

Wenn Architektur das leisten kann, erfüllt sie ihre Aufgabe. Eine Aufgabe, die weit hinausgeht über standardisiertes Raumschema und eine funktionierende Hülle. Architektur ist Einheit. Sie verbindet den Außenraum mit dem Innenraum, die Hülle mit dem Kern. Sie lässt die Natur, den Raum und den Menschen miteinander in Kontakt treten und schafft so eine Beziehung zwischen außen und innen. Architektur ist gebaute Emotion, sie bewegt und spricht für sich selbst. Sie ist sanft und knallhart, sie provoziert und beruhigt – der jeweiligen Situation entsprechen. Sie inspiriert und befreit. Sie kann ein Regulator ebenso sein wie ein Verstärker, entwickelt aus den Eigenschaften des Ortes und den Bedürfnissen der Bewohner.

ARCHITEKTUR IST GEBAUTE EMOTION, SIE BEWEGT UND SPRICHT FÜR SICH SELBST.

Sie verändert sich durch Licht und Schatten, die den (Bau-) Körper durchfluten und ist eine Schnittstelle zwischen hell und dunkel, Weite und Enge, Sichtbarkeit und Uneinsehbarkeit. Es geht um die Spannungsverhältnisse zwischen Umgebung und Form – schief oder gerade, rund oder eckig, gefasst oder offen – die einen Metabereich schaffen. Räume, die für sich sprechen, deren Schönheit in der Leere liegt, in der Verbindung mit dem Außen. Was schick ist, verliert oft nach Kurzem seinen Reiz, wird austauschbar. Schönheit jedoch kommt von Wahrheit. Daher geht es in der Architektur um ein nachhaltiges Erleben, ein Gefühl das bleibt.

Der erfolgreiche Weg dorthin führt für Johannes Will über eine offene Kommunikation und Vertrauen. Egal ob im privaten, kommerziellen oder öffentlichen Bereich: Architektur ist für viele Bauherrn/-frauen Neuland und es bedarf einer großen Portion Mutes und Vertrauens, um sich auf den Planungs- und Bauprozess einzulassen, der mit hohen Investitionen verbunden ist. Es geht um eine Beziehung, die über einen längeren Zeitraum andauert und wo die Chemie absolut stimmen muss. Der Bauherr steht im Mittelpunkt und die Beratung sowie die Prozessbegleitung im Vordergrund. Es wird viel geredet, skizziert und am Modell gezeigt. Projektthemen werden in einem Coaching-Prozess erarbeitet. Dem Planungsprozess wird viel Zeit gewidmet, denn eine maßgeschneiderte Architektur bedeutet im Vorfeld der Umsetzung eine intensive Auseinandersetzung mit den Bedürfnissen der Benutzer und den Gegebenheiten des Ortes. Im besten Fall beginnt die Zusammenarbeit bereits mit der Grundstückssuche, die für Johannes Will den ersten wichtigen Baustein des Erfolges ausmacht.